
Ringen: Nach dem Rücktritt der Bitterfelder Jörg Lipka und Tobias Klar muss sich die WKG erst einmal neu orientieren.
Blick in die Zukunft bleibt optimistischVON CHRISTIAN KATTNER
BITTERFELD/DESSAU/MZ - Optimistisch war die Wettkampfgemeinschaft Bitterfeld/Dessau im vergangenen Herbst in die neue Oberligasaison gestartet. Mit Merseburg hatten sich die beiden Ringervereine einen dritten Partner hinzugeholt. Man liebäugelte insgeheim mit dem dritten Platz, verpasste diesen aber eindeutig. "Das, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir ganz klar nicht erfüllt", muss auch Winfried Gehrke eingestehen. "Es war uns aber in erster Linie darum gegangen, dass wir wieder eine Mannschaft stellen." Und danach hatte es zu Beginn des vergangenen Jahres nicht unbedingt aus gesehen. Vor Saisonbeginn hatten sich die Besetzungsprobleme der Bitterfeld-Dessauer Ringer vergrößert. "Daraufhin hatte ich Kontakt nach Merseburg hergestellt", schaut Mannschaftsleiter Gehrke zurück. Erfahrene Ringer wurden durch den Zusammenschluss mit den jungen Talenten aus Merseburg ergänzt. Es war eine "Win-Win-Situation" für beide Seiten. "Es war in jedem Fall eine tolle Konstellation, von der alle Beteiligten profitierten", so Gehrke. Und der Start in die Saison sollte auch gleich vielversprechend verlaufen: Zum Auftakt gab es im Heimkampf einen 17:15-Erfolg gegen Wernigerode. Doch das große Problem der Vorjahre sollte auch diesmal vor der Wettkampfgemeinschaft keinen Halt machen: Zahlreiche Verletzungen ließen nie die stärkste Mannschaft auf der Matte stehen. "Wir mussten ständig die Mannschaft neu zusammensetzen", ärgert sich Winfried Gehrke, "im Gegensatz zu den anderen Vereinen konnten wir nie in Bestbesetzung antreten." Insgesamt 17 Kämpfer brachte die Wettkampfgemeinschaft Bitterfeld/Dessau/Merseburg zum Einsatz - so viel wie kein anderer Konkurrent. Am Ende stand ein fünfter Platz. "Dafür, dass zu Beginn des Jahres alles auf der Kippe stand, können wir zufrieden sein", zeigt sich der WKG-Mannschaftsleiter nicht enttäuscht.
"Es wäre für diese ehemalige Hochburg sehr schade, wenn es den Verein nicht mehr gibt." - Jörg Lipka
Und doch wackelt der Zusammenschluss auch zu Beginn dieses Jahres. Auf Bitterfelder Seite haben Tobias Klar und Jörg Lipka ihren Rücktritt erklärt. "Das war meine letzte Saison", erzählte Lipka im Dezember, "ich werde mich jetzt noch mehr auf das Laufen konzentrieren." Gehrke hat das Duo allerdings noch nicht ganz abgeschrieben. "Vielleicht stehen sie uns ja in dem einen oder anderen Kampf trotzdem zur Verfügung?" Die Bitterfelder Fahne würde in der Wettkampfgemeinschaft dann einzig Christian Schubert hochhalten. Durch eine Schulterverletzung fiel er in dieser Saison lange aus, hat sich aber bereits fitgemeldet. "Es fehlt hier in Bitterfeld einfach am Nachwuchs", hat Jörg Lipka das Hauptproblem erkannt. "Es wäre für diese ehemalige Hochburg sehr schade, wenn es den Verein nicht mehr gibt", rechnet der 40-Jährige mit dem Schlimmsten. Ganz so schwarz malen, will Winfried Gehrke indes noch nicht: "Der Ausstieg ist noch nicht definitiv. Mit Jens Jakubowski gibt es zudem einen sehr guten Trainer, der gemeinsam mit Dieter Zinke ein tolles Duo bildet", lobt der Mannschaftsleiter die Arbeit. Und verweist dabei auf Dessau. Auch dort habe es vor ein paar Jahren nicht gut ausgesehen. Mittlerweile gibt es mit Robin König und Kevin Blackstein wieder zwei 14-jährige hoffnungsvolle Talente, die im Leistungszentrum Halle trainieren. "Die könnte man in der kommenden Saison schon Mal in den unteren Klassen einbauen", überlegt Gehrke. Doch bis zum September und dem Start in die neue Oberliga-Saison ist noch viel Zeit. Und bis dahin kann noch viel passieren. In Dessau. Und auch in Bitterfeld.