Je höher die Berge, desto größer die Herausforderung - Ringen in Dessau!

Die Geschichte des Ringkampfsportes in unserer Heimatstadt Dessau

1896

wird mit "Dessau 96" der erste Ringerverein in Dessau gegründet. In der Folgezeit entstehen die Sportvereine "Askania" und "Athletik", in denen ebenfalls Ringkampfsport betrieben wird.

1900

entsteht der erste selbstständige Arbeiterathletenbund mit den Sektionen Ringen, Gewichtheben und Artistik.

1907

findet das erste selbstständige Ringerturnier in Dessau statt, welches über die Stadtgrenze hinaus nationale Bedeutung erlangt.

1913

wird die internationale Amateur-Ringer-Föderation gegründet. In dieser Zeit vor dem 1. Weltkrieg hatte sich das Ringen in Dessau zu einem populären Massensport entwickelt. Der 1. Weltkrieg zerstörte auch die Dessauer Sportvereine und mit ihnen die Sektion Ringen.

1920

entsteht die Athletik-Sportvereinigung Dessau mit der Sektion Ringen. Die Ringer entwickeln sich rasch zu einer Spitzenmannschaft im damaligen Sachsen-Anhalt.

1923

"Ringervater" Franz Schneider wird Mitglied der Athletik-Sportvereinigung in Dessau

1929

schließt sich Walter Fischbach den Ringern an. Ende der zwanziger Jahre dominieren die Arbeitersportvereine. Die Ringer sind eine feste Gemeinschaft mit einer starken Mannschaft, die in Mitteldeutschland einen Spitzenplatz behauptet.

1930

tritt Hans Heinen, der bekannte Dessauer Widerstandskämpfer, den Ringern bei.

1931

Franz Schneider nimmt als Dessauer Athlet an der 2. Arbeiterolympiade in Wien teil.

1938

werden die deutschen Meisterschaften im Tivoli, der Ringerhochburg von Dessau, ausgetragen. Die Dessauer Ringer, unter ihnen Schneider, Bollman, Pfeiffer und Knöfler, belegen achtbare Plätze. Werner Seelenbinder wird Meister und trägt sich in das Ehrenbuch der Stadt Dessau ein.

1945

der 2. Weltkrieg zerstört Dessau. Ungefähr 80% der Stadt werden durch die Bombennacht zerstört. Etliche junge Ringer verlieren dabei ihr Leben in Dessau oder auch an der Front. Alle Dessauer Sportvereine sind aufgelöst.

19.10.1949

Vereinigung der Dessauer Ringer und Gewichtheber zu einer Sektion. Trägerbetrieb, heute würde man Hauptsponsor sagen, wird die Waggonfabrik Dessau. Erster Sektionsleiter ist Valentin Kranz.

12/ 1949

Unter Anleitung des ersten und einzigen Übungsleiters Franz Schneider tranieren in der Turnhalle der Heideschule ca. 20 Jugendliche und ca. 10 Senioren. An Sportgeräten sind eine 6 x 6 m Matte mit Stoffplane (das ergab immer die berühmten Mattenflecke- Abschürfungen an den Ellenbogen) und einige Turngeräte der Schule vorhanden, so dass für ein abwechlungsreiches Training ständig neue Ideen gefragt sind.

10/1950 - der Kristallpalast ist ausverkauft !!!

Eine Sensation in der Nachkriegszeit. Im ausverkauften Kristallpalast findet der erste offizielle Wettkampf statt. Gegner ist die gut austrainierte Mannschaft von "Chemie Bitterfeld". Die Dessauer treten mit folgenden mitgliedern an: Schneider, Pischbach, Baltrock, Altmann, zabel, von Schmidt, Hesse und Kresse.. Ringkampfsport und ein ausverkauifter Kristallpalast- heute gar nicht mehr vorstellbar! Aber damals gab der Sport vieln jungen Menschen einen neuen Lebensinhalt.

09/1951 wird der Wettkampfbetrieb im Senioren-, Jugend- und Schülerbereich auf Kreis- und Bezirksebene aufgenommen.

1953-1955 stellt Dessau die stärkste Jugendmannschaft im Bezirk Halle

1954 Aufstieg der Seniorenmannschaft (Männer) in die Bezirksgruppenliga

1955 erste Erfolge von Dessauer Ringern bei DDR-Meisterschaften

Jugend        1. Platz   Lothar Schneider

Junioren     2. Platz   Wolfgang Könnecke

Senioren    3. Platz   Werner Köhler (Tarzan)

1957 Die Seniorenmannschaft trägt ihren ersten internationalen Freundschaftskampf in Recklinghausen (BRD) aus.

1958 werden die ersten Dessauer Nachwuchsringer in die neu gegründeten Sportclubs (Sportschulen) delegiert

Rüdiger Meißner zum ASK (Armeesportklub)

Horst Wesarg zum ASK

Lothar Schneider zum SCL (Sportclub Leipzig)

Gerd Clemens zum ASK

In den Folgejahren werden weitere 20 Ringer zu Sport-Clubs (Sportschulen) delegiert, u.a. Reiner Umlauff, Winfried Gehrke, Karl Hennig, Detlef Malleskat, Günther Kaplick, Andreas Mrosek, Michael Preschke, Ralf und Frank Sulikowski, Mario Weber, F. Ehrenlich, R. Meier, R. Müller; ...

1960 Aufstieg der Seniorenmannschaft der BSG Motor Dessau in die DDR-Liga

1961 Günter Lohman übernimmt das Schülertraining

Günter Lohmann übernimmt eigenverantwortlich das gesamte Schülertraining. Mit der ihm selbstlosen Lieb zu den Kindern, viel Fleiss und persönlichem Engagement baut er leistungestarke Schülergruppen auf. Ihm zur Seite stehen die jungen Übungsleiter Hans-Dieter Klymant und Manfred Mühle.

1962 Abstieg der Dessauer Seniorenmannschaft in die Bezirksgruppenliga

1965 Die Nachwuchsarbeit wird gewürdigt.

Dessau erhält ein Trainingszentrum (TZ) Ringen. Erster Leiter wird Siegried Möbius. Günter Lohmann qualifiziert sich zum Bezirksauswahltrainer für Schüler und leitet die gesamte Schülerarbeit im TZ Dessau. Trainingsstätte ist das ehemalige Gartenheim Muldestrand.

1966 Die 1. Männermannschaft schafft erneut den Aufstieg bin die DDR-Liga

1969 Rückdelegierung des erfolgreichsten Dessauer Ringers „Otto“ Lothar Schneider vom Sportclub Leipzig.

Später folgen seine ehemaligen Clubkameraden „Fietge“ Eckard Thorun und der „Süße“  Siegfried Neufang und stärken die Dessauer Ringermannschaft erheblich.

1970 Aufstieg in die DDR-Oberliga (heute Bundesliga)

1971 DDR-Oberliga-Meister

Winfried Gehrke wird zum Sport-Club Leipzig delegiert

1972 DDR-Oberliga-Meister

In diesem Jahr werden die beiden erfolgreichen Nachwuchsringer Michael Preschke und Andreas Mrosek zum Sportclub SC Chemie Halle delegiert.

1973 DDR-Oberliga-Meister

Weitere Delegierungen zum SC Chemie Halle erfolgen mit den Zwillingen Ralf und Frank Sulikowski.

1974 DDR-Oberliga-Meister

Lothar Schneider übernimmt als Sektionsleiter und Lutz Neundorf als technischer Leiter die Führung der Sektion Ringen. Bis 1977 ringen die Dessauer in der Oberliga

1978 Auszug aus dem Ringerdomizil Muldestrand

Zu allem Überdruss wird die Männermannschaft durch einen Regelverstoss in die Bezirksgruppenliga zurückgestuft. Es erfolgt ein Generationswechsel in der Sektionsleitung, bei den Übungsleitern dringend erforderlich! Hartmut Brugger wird technischer Leiter, Hans-Joachim Umlauff Kulturobmann.  Verantwortlicher TZ-Leiter wird Rüdiger Tomuschat. Eckard Thorun übernimmt das Training der Männermannschaft, Lothar Schneider die Jugendarbeit.

1979 Übernahme des neuen Trainingsobjektes in der Südstraße

1980 Aufstieg in die DDR-Liga.

Von den „Alten“ sind noch Lothar Schneider, Hans-Joachim Umlauff und Werner Köhler dabei. Die ehemaligen Clubsportler Günter Kaplick und Mario Weber kehren nach Dessau zurück und werden Leistungsträger des neu formierten Teams.

1981 Aufstieg in die DDR-Oberliga

1984 Einzug in das neue Domizil TZ-Heidestraße.

Endlich ein endgültiges Zuhause. Leider müssen die Dessauer Ringer in diesem Jahr auch Abschied von ihrem langjährigen Ringervater Franz Schneider nehmen. Noch bis ins hohe Lebensalter war er für die Jüngsten da gewesen.

1985 Die BSG Motor Dessau, Sektion Ringen, wird als erfolgreichste Sektion bei der DDR-Bestenermittlung ausgezeichnet.

Trotz guter Einzelleistungen steigt die Dessauer Männermannschaft in die DDR-Liga ab. Die verdienstvollen Ringer Lothar Schneider und Werner Köhler werden aus der Männermannschaft verabschiedet.

1985 Mario Weber wird TZ-Trainer

1989            40 Jahre Ringen in Dessau nach dem Krieg.

Zum Zeitpunkt trainieren ca. 100 Schüler, 35 Jugendliche und 35 Senioren (Männer)

Sektionsleiter

1949-1953   Valentin Kranz

1953-1956   Walter Fischbach

1956-1965   Franz Schneider

1965-1972   Rüdiger Meißner

1972-1974   Karl Kratschowski

1974-1989   Lothar Schneider