Mitteldeutsche Zeitung
RINGEN Bitterfeld/Dessau verpasst knapp eine Sensation.
Kampfgemeinschaft leistet Favoriten lange Widerstand
In der Oberliga Sachsen-Anhalt der Ringer hat die Wettkampfgemeinschaft Bitterfeld/ Dessau nur knapp eine Sensation verpasst. Im Duell mit dem erklärten Favoriten Magdeburger SV 90 wurde den Anhaltern vor 80 Zuschauern lediglich das Nichtbesetzen von zwei Gewichtsklassen zum Verhängnis. Das gab den Ausschlag für den 11:19-Erfolg der Gäste aus der Landeshauptstadt. In den ausgetragenen sechs Kämpfen waren die Gastgeber in der Dessauer Sporthalle Mariannenstraße durchaus gleichwertig. Eric Mehle legte zu Beginn gleich richtig los und bezwang in der Klasse bis 55 Kilogramm (Freistil) seinen Gegner Marius Seeck auf Schultern. Der bereits 50-jährige Thilo Frisch strafte anschließend sein Alter Lügen. Mit 3:0 setzte er sich im Limit bis 66 Kilogramm (griechisch-römisch) gegen Sascha Pickut durch. Der MSV verkürzte durch einen 3:0-Sieg von Mario Ladewig gegen Jörg Lipka (66 Kilo/Freistil), der nach langer Verletzungspause sein Comeback gab. Anschließend wurde Dessaus Sven Nickel zur tragischen Figur des Kampfabends. In der Klasse bis 74 Kilogramm (griechisch-römisch) schultert er den Magdeburger Eric Richter nach einer Kopfschleuder, verletzte sich dabei aber am Rücken. Nickel droht eine längere Pause. Im vorletzten Kampf zog der in der Vorwoche noch siegreiche Christian Schubert (74 Kilo/Freistil) den kürzeren gegen Thomas Ferchland. Den Schlusspunkt setzte dann der Dessauer Maik Bertram, der im Limit bis 84 Kilogramm griechisch-römisch seinen Kontrahenten Michael Estel gleich in der ersten Runde schulterte.
Zu diesem Zeitpunkt des Kampfes stand es unentschieden. Für die noch ausstehenden Gewichtsklassen bis 96 Kilogramm und 120 Kilogramm fehlten Bitterfeld/Dessau allerdings die Kämpfer, so dass diese kampflos für Magdeburg gewertet wurden. Der MSV konnte sich dadurch über einen am Ende doch eher glücklichen Sieg freuen. "Wir arbeiten an einer Lösung, damit wir die Klassen künftig besetzen können", erklärte Bitterfeld/Dessaus Trainer Winfried Gehrke nach dem Kampfabend.