Je höher die Berge, desto größer die Herausforderung - Ringen in Dessau!

Mitteldeutsche Zeitung vom 15.11.2007

Ringen: Wettkampfgemeinschaft Bitterfeld-Dessau startet am Sonnabend in die Play-offs der Oberliga
Kühnste Träume sind übertroffen

"Wir hätten nie daran gedacht, die Play-offs zu erreichen."

Ralf Salomon  Finanzwart und Ringer  WKG Dessau/Bitterfeld

VON CHRISTIAN KATTNER

Dessau/MZ. Die Saison für die Wettkampfgemeinschaft (WKG) Bitterfeld-Dessau im Ringen ist bereits jetzt ein großer Erfolg. Mit je einer Mannschaft war sie in der Landes- und in der Oberliga angetreten. Das gesteckte Ziel in der Landesliga wurde erfüllt, eine Klasse höher sogar übertroffen.

"Das Erreichen der Play-offs ist schon fast eine Sensation", meint Finanzwart Ralf Salomon, der selbst in der Klasse bis 84 Kilogramm für sein Team auf die Matte geht. Vor der Saison hätte diesen Erfolg niemand für möglich gehalten. "Wir hatten uns in der Landesliga vorgenommen, den Titel zu holen. Ein Traum war das Erreichen der Play-offs in der Oberliga", sagt der 37-Jährige. Eine erfolgreiche Saison also, in der alles passte. Bereits in der Vorbereitung lief alles nach Plan. Man konnte gut trainieren, es gab keine Probleme. Ohnehin läuft in der langjährigen Gemeinschaft zwischen Dessau und Bitterfeld alles sehr harmonisch ab. Jeder versteht sich mit jedem, trotz der beidseitigen Abhängigkeit. Auf sich allein gestellt, wäre keine der beiden Mannschaften so erfolgreich. Der fast schon familiäre Umgang war auch ein Grund, warum sich ein Ringer wie Tilo Frisch, der bereits in Arterns Regionalligamannschaft auflief, entschied, wieder für seine Heimatstadt Dessau zu ringen. "Mir ist es leider aufgrund meiner beruflichen Situation nicht möglich, regelmäßig zu trainieren", sieht er als einzigen Nachteil. Trotzdem lief es in dieser Wettkampfzeit sehr gut für die WKG. Verletzungsfrei kam man durch die Saison - neben den guten Leistungen auch ein Grund für das erfolgreiche Abschneiden.

Nach sechs Wettbewerbstagen standen drei Siege und genauso viele Niederlagen - Platz zwei in der Tabelle der Oberliga Staffel A. "Wir hätten nie daran gedacht, die Play-offs zu erreichen", sagt Ralf Salomon, "jetzt wollen wir aber auch nicht nur Vierter werden." Am Sonnabend tritt man allerdings gleich beim Tabellenersten der Staffel B, dem Magdeburger SV, an. Die Landeshauptstädter sind bereits seit Jahren Oberligameister und der klare Favorit. "Trotzdem wollen wir sie ein wenig ärgern", so Salomon.

Nach der Partie in der Landeshauptstadt tritt die WKG in einer Woche, am 24. November, in der Dessauer Mariannenschule zum Rückkampf an. An einen Sieg in diesem Halbfinal-Duell David gegen Goliath glaubt niemand, viel mehr liebäugelt man in Dessau/ Bitterfeld mit dem dritten Platz. Hierzu müsste man den Vergleich mit dem Verlierer des zweiten Halbfinales gewinnen. In einem erneuten Hin- und Rückkampf wird dieser dann ausgerungen.

Zuerst tritt man wieder auswärts an, der zweite Wettkampf findet dann in Bitterfeld statt. "Platz drei wäre natürlich gigantisch und die Krönung einer erfolgreichen Saison," sind sich alle sicher. Doch egal wie die Saison endet, in Bitterfeld und Dessau schaut man schon in die Zukunft. Auch in der neuen Saison wird es eine Wettkampfgemeinschaft zwischen beiden Vereinen geben. Trainiert wird zwar auch weiter an unterschiedlichen Orten, aber der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft und das erfolgreiche Abschneiden in dieser Wettkampfzeit sind Bestätigung für alle Beteiligten, die Kooperation fortzusetzen.