Je höher die Berge, desto größer die Herausforderung - Ringen in Dessau!

RINGEN:

WKG Bitterfeld-Dessau-Merseburg hat vor dem Duell mit dem Magdeburgern arge Besetzungsprobleme. Dennoch schafft Kulbida beinahe eine kleine Sensation.

MAGDEBURG/MZ/WGE - Die Ringer der Wettkampfgemeinschaft (WKG) Bitterfeld-Dessau-Merseburg haben die erste Niederlage in der Rückrunde der Landesoberliga kassiert. Am zweiten Kampfabend verlor die WKG beim mittlerweile entthronten Champion Magdeburger SV 90 deutlich mit 8:22. In der Woche zuvor hatte Bitterfeld-Dessau-Merseburg noch Sangerhausen bezwingen können. "Wir fallen von einem Extrem ins andere. Aber so ist es im Sport. Mal läuft es, mal nicht", meinte Mannschaftsleiter Winfried Gehrke. Der Kampf in der Landeshauptstadt stand für die Gäste unter keinem guten Stern. Unter der Woche hatten sich gleich mehrere Leistungsträger des Teams krank gemeldet. Zeitweise schlossen die WGK-Verantwortlichen selbst eine Absage des Duells mangels Personal nicht aus. Das konnte zwar vermieden werden, doch trotz intensiver Bemühungen gelang es nicht, das Limit bis 74 Kilogramm (Freistil) zu besetzen. Wenigstens konnte mit Jens Dietze ein Kämpfer für die Klasse bis 96 Kilogramm gefunden werden. Doch Dietze steht derzeit nicht im Training, was natürlich ein enormes Manko war. "Ich danke ihm trotzdem dafür, dass er sich diesem schwierigen Kampf gestellt hat", so Gehrke. Die gastgebenden Magdeburger waren nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Hinrunde wieder "in Fahrt" gekommen und machten dies gegen die WKG-Riege auch deutlich. Ihre Aufstellung zeigte schon, dass sie hier nichts anbrennen lassen wollten. Die acht Punkte für die WKG sicherten Stefan Mildner 55 Kilogramm (kampflos) und Swen Nickel 74 Kilogramm (griechisch-römisch). Nickel beherrschte seinen Gegner Kevin Nohr und konnte ihn in der zweiten Runde schultern. Bemerkenswert waren trotz der deutlichen Niederlagen die Kämpfe der jüngsten WKG-Ringer. In der Gewichtsklasse bis 120 Kilogramm musste Bill Kulbida dabei gegen Thomas Dybiona, dem wohl erfolgreichsten Ringer des Magdeburger SV, antreten. Dybiona ist ein mehrfacher Medaillengewinner der Fila-Masters-Weltmeisterschaft, er gewann bei diesem Championat schon zwei Mal Silber und vier Mal Bronze. Gegen den erst 19-jährigen Kulbida wollte der Routinier dann auch eine schnelle Entscheidung, schaffte aber in Runde eins "nur" eine 6:0-Punkteführung gegen den Dessauer. In Runde zwei lag eine kleine Sensation in der Luft, denn Kulbida konnte diesen Durchgang für sich gestalten. Bis 20 Sekunden vor Schluss führte er mit 2:0 Punkten. Doch ihm fehlte die Cleverness, um solch eine Situation für sich ausnutzen zu können. Dybiona nutzte einen Konter aus und kam so zu einem Schultersieg. "Das war eine tolle zweite Runde, aus der Bill sehr viel Selbstvertrauen für zukünftige Kämpfe ziehen wird", freute sich Gehrke. Im Kampf in der Gewichtsklasse bis 96 Kilogramm hatte es der 19-jährige Maximilian Heft mit dem wohl technisch besten Magdeburger, Sebastian Ecklebe, zu tun. Während Heft noch im Hinkampf die technische Überlegenheit des Magdeburgers anerkennen musste, konnte er diesmal auf Grund seiner kämpferischen Einstellung den Kampf offen gestalten und verlor an Ende nur knapp nach Punkten.

"Das waren sehr gute Ansätze. Die Leistungen von Kulbida und Heft zeigen, dass sie auf einem guten Weg sind", so das Fazit von Gehrke.